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Leinenpflicht in der Brut – und Setzzeit

Leinenpflicht in der Brut – und Setzzeit?

Frühlingserwachen in Stuttgart: So kommen Hund und Wildtier sicher durch die Brut- und Setzzeit

Der Frühling hält Einzug in den Kessel! Während wir uns über die ersten Sonnenstrahlen im Schlossgarten oder auf den Fildern freuen, verwandeln sich die Stuttgarter Wälder und Wiesen in eine riesige Kinderstube. Für uns Hundehalter bedeutet das: Verantwortung übernehmen.

Ab März beginnt die offizielle Brut- und Setzzeit. Das klingt technisch, bedeutet aber schlichtweg, dass unsere Wildtiere jetzt Nachwuchs bekommen oder ausbrüten. Damit Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter eine Chance haben, gesund groß zu werden, müssen wir unser Gassi-Management ein bisschen anpassen.

Warum die Leine jetzt dein bester Freund ist

Viele Hunde haben einen Jagdtrieb – der eine mehr, der andere weniger. Doch selbst wenn dein Hund „nur mal kurz gucken“ will, kann das fatale Folgen haben:

  1. Die unsichtbare Gefahr: Junghasen und Rehkitze haben in den ersten Wochen kaum Eigenmord. Sie vertrauen auf ihre Tarnung und ducken sich tief ins Gras („Drücken“). Ein freilaufender Hund muss das Tier gar nicht beißen – allein der Stress oder das Übertragen von menschlichem/hündischem Geruch kann dazu führen, dass die Mutter ihr Jungtier verstößt.

  2. Bodenbrüter unter Druck: Vögel wie das Rebhuhn oder der Kiebitz (beide leider stark gefährdet) brüten am Boden. Werden sie zu oft durch stöbernde Hunde aufgeschreckt, geben sie ihr Gelege im schlimmsten Fall komplett auf.

  3. Wehrhafte Wildschweine: Achtung im Rotwildpark oder rund um den Birkenkopf! Bache mit Frischlingen verstehen keinen Spaß. Wenn dein Hund eine junge Familie aufstöbert, geht die Wildschwein-Mama direkt in den Verteidigungsmodus. Das ist für deinen Hund lebensgefährlich.

Richtiges Verhalten auf Stuttgarter Gassi-Runden

Wir wollen den Freilauf nicht madig machen, aber in den nächsten Monaten gilt: Augen auf und Wege nutzen.

  • Bleib auf den Wegen: In den Naturschutzgebieten rund um Stuttgart ist das ohnehin Pflicht, aber auch im restlichen Wald hilft es den Tieren enorm, wenn sie wissen, wo „Mensch und Hund“ bleiben.

  • Die Schleppleine nutzen: Wenn der Rückruf noch nicht zu 100% sitzt (besonders bei Wildsichtung), ist die Schleppleine die perfekte Lösung. Dein Hund hat Radius, und du hast die Kontrolle. Nutze die Zeit für Orientierungstraining/Radiustraining an der 5-Meter-Leine.

  • Finger weg von „einsamen“ Tieren: Findest du einen Junghasen allein im Feld? Keine Panik! Das ist völlig normal. Die Häsin kommt nur zum Säugen vorbei. Anfassen ist hier ein absolutes Tabu.

Fazit: Rücksicht aus Liebe zur Natur  Leinenpflicht-Degerloch-Radiustraining-Hundeschule Stuttgart

Wir in der Hundeschule Stuttgart lieben die Arbeit mit unseren Vierbeinern in der freien Natur. Damit das so bleibt und wir weiterhin willkommen sind, lasst uns gemeinsam Vorbild sein. Ein entspanntes Gassi an der Leine ist kein Freiheitsentzug, sondern aktiver Naturschutz.

Du hast Probleme mit dem Jagdtrieb deines Hundes oder der Rückruf klappt noch nicht perfekt? Melde dich bei uns – wir trainieren gemeinsam an der Orientierung an der Leine, damit ihr entspannt durch das Stuttgarter Umland kommt!


Rechtliche Grundlagen & Biologische Hintergründe: Das Kleingedruckte für Stuttgart

Um zu verstehen, warum Rücksichtnahme kein „Vorschlag“, sondern teilweise gesetzliche Pflicht ist, schauen wir in die Gesetzestexte für Baden-Württemberg:

1. Das Landeswaldgesetz (LWaldG) Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es im Wald keine generelle Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit, ABER:

§ 40 Abs. 1 LWaldG: „Jeder darf Wald zum Zwecke der Erholung betreten. […] Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht mehr als unvermeidbar gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie die Erholung anderer nicht beeinträchtigt wird.“

Interpretation für Hundehalter: Wenn dein Hund im Unterholz stöbert, stört er die „Lebensgemeinschaft Wald“. Das Gesetz verpflichtet uns also zur Rücksichtnahme. Zudem können Kommunen (wie die Stadt Stuttgart) in Naturschutzgebieten oder Parks per Satzung eine strikte Leinenpflicht verhängen.

2. Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG)

Hier geht es um den Schutz der Tiere vor Beunruhigung.

§ 49 Abs. 1 JWMG (Schutz vor Beunruhigung): „Es ist verboten, Wildtiere unbefugt an ihren Zufluchts-, Schlaf-, Reviermarkierungs-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören.“

Fakt: Ein stöbernder Hund erfüllt diesen Tatbestand der Störung, selbst wenn er nicht zubeißt.


Warum „Liegenlassen“ bei Junghasen überlebenswichtig ist

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) warnt explizit davor, scheinbar verwaiste Jungtiere zu retten:

„Die Häsin setzt ihre Jungen einzeln ab, um das Risiko durch Fressfeinde zu minimieren. Sie kehrt nur zum Säugen zurück. Menschlicher Geruch an dem Jungtier kann dazu führen, dass die Mutter das Junge nicht mehr annimmt.“Quelle: Landesjagdverband BW, Pressemitteilung zur Brut- und Setzzeit.

Gefahrenquelle Wildschwein: Die Bache verteidigt

Besonders in den Stuttgarter Randlagen (Degerloch, Vaihingen, Killesberg) ist die Begegnung mit Schwarzwild real.

„Wildschweinbachen mit Frischlingen stellen eine ernstzunehmende Gefahr dar. […] Kommen Mensch oder Tier dem Wurfkessel (dem Nest) zu nahe, startet die Bache Angriffe, um ihre Jungen zu schützen.“Quelle: Wildtierportal Baden-Württemberg.


Mein kleines, schmutziges Geständnis

🐾  Warum ich meine Hunde in Stuttgart nicht so auslaste, wie ich es euch predige

Hallo, ihr Lieben!

Wer mich kennt, weiß: Als Hundetrainerin hier in Stuttgart brenne ich für das Thema Auslastung. Ob beim Dummytraining im Schlossgarten oder beim Fährten auf den Feldern rund um Degerloch – ich erkläre euch jeden Tag, wie wichtig geistige Beschäftigung wie Apportieren oder Kopfarbeit ist.

Aber heute lasse ich die Hüllen fallen. Zeit für ein Geständnis, das viele von euch vielleicht überraschen wird:

Ich laste meine eigenen Hunde oft nicht so intensiv aus, wie ich es meinen Kunden empfehle.

Puh, jetzt ist es raus. Während ich euch Trainingspläne schreibe, liegen meine eigenen Vierbeiner manchmal nur faul im Körbchen, während ich die Ausreden-Liste hoch und runter bete.

Meine Top-Ausreden (kennt ihr sie auch?) 🤷‍♀️    Apport 1

  1. Die „Business-Falle“: Ich verbringe den ganzen Tag damit, Stuttgarter Stadthunde fit zu machen. Wenn ich abends nach Hause komme, ist mein Kopf voll mit euren Fortschritten. Da fällt es schwer, selbst noch einmal das Fährtengeschirr zu packen.

  2. Der „Dabei-ist-alles“-Irrtum: Meine Hunde begleiten mich oft zum Training. Mein Gehirn sagt: „Die waren doch den ganzen Tag an der frischen Luft!“ Aber Fakt ist: Passives Dabeisein ist keine aktive Kopfarbeit. Das ist wie im Fitnessstudio nur zuzuschauen.

  3. Die Stuttgarter Bequemlichkeit: Mal ehrlich, eine schnelle Runde am Killesberg ist einfacher als eine strukturierte Apportier-Einheit im Wald. Routine siegt oft über Ambition.

Wenn es mehr als 5 Minuten sein dürfen: Mein Geheimtipp Mobility

Wenn du merkst, dass dein Hund und du zwar keine Lust auf kilometerweites Apportieren in Stuttgart-Vaihingen oder auf den Feldern in Möhringen habt, aber trotzdem etwas Hochwertiges tun wollt, ist mein Mobility-Kurs genau das Richtige.

Warum? Weil Mobility die perfekte Brücke schlägt: Es ist körperliche Gymnastizierung und mentale Konzentration in einem. Wir arbeiten langsam, präzise und fördern die Körperwahrnehmung. Das ist oft anstrengender für das Hundegehirn als 30 Minuten kopfloses Ballwerfen im Schlossgarten.

Lust auf smartes Training statt Dauerlauf? Schau dir meinen Mobility-Kurs in Stuttgart an – wir trainieren regelmäßig in Leinfelden-Echterdingen oder Weilimdorf .

Warum 5 Minuten in Stuttgart mehr wert sind als eine Stunde Perfektion

Wissenschaftlich gesehen ist es sogar sinnvoll, keine „Über-Beschäftigung“ zu betreiben. Studien zur Gedächtniskonsolidierung bei Hunden zeigen, dass kurze, hochintensive Lerneinheiten (ca. 5–10 Minuten) oft effektiver sind als langes Training, da die Konzentrationsspanne danach rapide sinkt [Quelle: Affenzeller et al., „Playful activities post-learning improve memory consolidation in dogs“].

Deshalb ist mein neuer Ansatz: Pragmatismus statt Perfektionismus.

🚀 Der 5-Minuten-Turbo-Plan für Stuttgarter Fellnasen

Keine Zeit für den Hundeplatz? Kein Problem. Probiere eine dieser Varianten:

  • Variante A: Der Wohnzimmer-Snack-Check: Verstecke 5 hochwertige Leckerlis in verschiedenen Räumen. Kommando „Such“ – und dein Hund muss seine Nase (sein leistungsfähigstes Organ) richtig anstrengen.

  • Variante B: Der Handtuch-Knoten: Wickle Leckerlis in ein altes Handtuch und verknote es leicht. Dein Hund muss Strategien entwickeln, um ranzukommen. Das ist 1A-Problemlösungstraining.

  • Variante C: Mini-Tricks beim Gassi: Baue auf deiner täglichen Runde 3x 1 Minute „Fuß“-Übungen oder einen schnellen Trick (z.B. Slalom durch die Beine) ein.

Rasseportrait Golden Retriever

Rasseportrait: Golden Retriever

Herkunft & Geschichte         

Golden Retriever sitzt im Gebirge und schaut aufmerksam in die Kamera

Blog

Der Golden Retriever stammt aus Großbritannien und wurde Ende des 19. Jahrhunderts gezielt gezüchtet. Ziel war ein vielseitiger Jagdhund, der apportieren („retrieve“) konnte – besonders bei der Niederwildjagd in Wasser und dichtem Gelände.

Dank seines freundlichen Wesens und seiner Lernfreude entwickelte er sich rasch auch zum Familienhund, Assistenzhund und Therapiehund.

Erscheinungsbild

– Größe: Rüden 56–61 cm, Hündinnen 51–56 cm

– Gewicht: 25–34 kg

– Körperbau: harmonisch, kräftig, aber elegant

– Fell: mittellang, glatt bis wellig, wasserabweisend, mit dichter Unterwolle

– Farbe: cremefarben bis gold in verschiedenen Nuancen

Charakter & Wesen

Der Golden Retriever ist weltweit für sein ausgeglichenes und freundliches Temperament bekannt. Typische Eigenschaften:

– 💛 **Menschenfreundlich** – geduldig, sanft, kinderlieb

– 🧠 **Intelligent & lernwillig** – arbeitet gerne mit und für den Menschen

– 🐾 **Aktiv & vielseitig** – liebt Bewegung, Apportieren, Schwimmen

– 🫶 **Sozial** – verträglich mit anderen Hunden, selten aggressiv

– ⚡ **Arbeitsfreude** – braucht klare Aufgaben und regelmäßige Auslastung

Haltung & Auslastung

Ein Golden Retriever ist kein „Sofahund“ – er möchte gefördert und gefordert werden.

– Bewegung: Tägliche Spaziergänge, Schwimmen, Wandern, Joggen oder Fahrradbegleitung.

– Kopfarbeit Dummytraining, Apportierspiele, Nasenarbeit, Obedience oder Agility.

– Familienleben: Dank seines sanften Wesens ein toller Begleiter für Familien, aber er braucht Zeit, Aufmerksamkeit und Bindung.

2 Golden Retriever sitzen entspannt an einem Gewässer

Golden Retriever

Gesundheit & Pflege

– Pflege: Regelmäßiges Bürsten gegen Verfilzungen und zur Kontrolle von Schmutz, besonders nach Ausflügen ins Wasser.

– Gesundheit: Rassetypisch können Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie, Herzerkrankungen und Augenprobleme auftreten. Seriöse Züchter achten auf Gesundheitsvorsorge.

– Lebenserwartung: ca. 10–12 Jahre

Für wen geeignet?

Der Golden Retriever passt zu aktiven Menschen und Familien, die Zeit für Bewegung, Erziehung und gemeinsame Unternehmungen haben.

Er ist ein Hund für Halter, die **Spaß am Training** haben und ihrem Hund sowohl körperliche als auch geistige Auslastung bieten wollen.

✨ **Kurz gesagt:**

Der Golden Retriever ist ein freundlicher, intelligenter und aktiver Begleiter, der für nahezu jede Lebenssituation offen ist – solange er genug Liebe, Bewegung und Beschäftigung bekommt.

Du hast einen Retriever und möchtest ihn sinnvoll auslasten? Dann schau Dir unsere Termine an – wir haben für jeden Hund das passende Angebot!

Du interessierst Dich für diese tolle Rasse? Hier findest Du Kontaktdaten zu  seriösen Züchtern,  vergiss aber bitte nicht dass es auch tolle Golden Retriever im Tierschutz gibt!

Rasseportrait Gordon Setter

Rasseportrait: Gordon Setter

Herkunft & GeschichteGordon Setter läuft elegant über eine Wiese auf die Kamera zu

Der Gordon Setter ist die schwerste und kräftigste der vier Setter-Rassen (Irish, English, Irish Red and White, Gordon).

Seinen Ursprung hat er in Schottland im 17./18. Jahrhundert. Besonders bekannt wurde er durch den Duke of Gordon, der die Zucht entscheidend prägte – daher auch der Name.

Die Rasse wurde gezielt für die Jagd auf Federwild gezüchtet: ein ausdauernder Vorstehhund, der Wild aufspürt, anzeigt („vorsteht“) und eng mit dem Jäger zusammenarbeitet.

Erscheinungsbild

– Größe: Rüden 66 cm, Hündinnen ca. 62 cm

– Gewicht: 25–30 kg

– Körperbau: kräftig, muskulös, aber elegant

– Fell: mittellang, seidig, glatt anliegend mit Befederung an Brust, Bauch, Rute und Beinen

– Farbe: tiefschwarz mit satten kastanienroten Abzeichen (Brand) – typisches Erkennungsmerkmal

Charakter & Wesen

Der Gordon Setter gilt als:

– Intelligent & lernfreudig – möchte Aufgaben haben und fordert geistige Auslastung.

– Menschenbezogen & loyal – starke Bindung an „seine“ Familie.

– Temperamentvoll, aber ausgeglichen – draußen voller Energie, zuhause oft sehr verschmust.

– Jagdlich passioniert – verfügt über einen ausgeprägten Spürsinn und einen starken Jagdtrieb.

Er braucht daher eine klare, einfühlsame Erziehung und Halter, die seine Anlagen zu lenken wissen.

Haltung & Auslastung

Der Gordon Setter ist kein Hund für Couch-Potatoes:

– Bewegung: Tägliche lange Spaziergänge, Joggen, Radfahren oder Reiten sind willkommen.

– Kopfarbeit: Nasenarbeit, Dummytraining, Mantrailing, Apportierspiele oder Suchspiele sind ideal.

– Jagdliche Führung: Wer ihn jagdlich führt, bekommt einen passionierten, verlässlichen Jagdbegleiter.

Ohne ausreichende Auslastung neigt er zu Unruhe oder eigenständigem Jagen.

Gesundheit & Pflege12 1

– Pflege: Das Fell sollte regelmäßig gebürstet werden, damit es nicht verfilzt.

– Gesundheit: Rassetypisch können Hüftgelenksdysplasie (HD), Magendrehung und vereinzelt Augenprobleme auftreten.

– Lebenserwartung: ca. 10–12 Jahre

Für wen geeignet?

Der Gordon Setter passt zu aktiven Menschen, die gerne draußen sind und Freude an gemeinsamer Beschäftigung haben.

Er ist ein liebevoller Familienhund, wenn er konsequent, aber fair erzogen und ausgelastet wird. Für Anfänger ist er eher weniger geeignet – er braucht erfahrene Hände, die seine Energie und Passion lenken können.

✨ Kurz gesagt:

Der Gordon Setter ist ein eleganter, kraftvoller Jagdhund mit großem Herz. Wer ihn versteht, bekommt einen treuen Partner fürs Leben – voller Energie draußen, voller Zuneigung zuhause. 

Du hast einen dieser tollen Vorstehhunde an Deiner Seite? Gerne helfe ich Dir bei der Erziehung und Auslastung dieser sensiblen Hunde! Melde dich einfach bei mir!

Auch von dieser tollen Rasse gibt es Hunde in Not und gute Züchter findest Du hier!